Das 9. Remseder Zeltlager wird wohl allen Teilnehmern ewig in Erinnerung bleiben. Frohen Mutes fuhren wir am 23.07.1993 in die Nähe von Stukenbrock. Der Zeltplatz entpuppte sich als Platz der langen Wege. Der Vortrupp hatte aus den Geschehnissen des Vorjahres seine Lehren gezogen und die Zelte der beiden Geschlechter weit voneinander entfernt aufgebaut. Natürlich nicht ohne Hintergedanken. Die Jungenzelte standen sicher im Wald, während die Mädchenzelte in einer tiefer liegenden Wiese aufgebaut worden waren. Dazwischen lag die Küchenbude (= Reich von Lore Waldmann und Daniela Rinklake jetzt Rosemann), das Aufenthaltszelt und die Baracke mit den Toiletten und Duschen.
Die Tage waren geprägt von immer wieder auftretenden längeren Regenschauern und ganz wenigen Sonnenstrahlen. So kam es, wie es kommen mußte: am Sonntag nachmittag standen die Mädchenzelte unter Wasser und es gab keine Möglichkeit, irgendwo die nassen Sachen zu trocknen. Im Laufe der Zeit geriet jeder Weg über den Zeltplatz zu einer wahren Schlammschlacht. Wer keine Gummistiefel mithatte, war verloren. Das Aufenthaltszelt, das im übrigen auch nicht richtig dicht war, konnte nur noch über unsere mitgebrachten Paletten erreicht werden. Um die Kinder wieder aufzuwärmen, ging es am Dienstag nachmittag zum Schwimmen ins Hallenbad. Anschließend war bei den Gruppenleitern Krisensitzung angesagt. Das Ergebnis: wenn Averesch einen Bus frei hat, geht’s morgen nach Hause. Und Averesch hatte einen Bus frei. Am Abend hatte die Lagerleitung (Anne Eckelkamp und Markus Rosemann) die „tolle“ Aufgabe, die Lagerkinder vom Abbruch zu informieren. Was dann folgte war eine Massenheulerei von 64 Personen im Aufenthaltszelt. Am nächsten Morgen hieß es Klamotten packen und schnell ab nach Hause. Bei der Ankunft in Remsede hat es übrigens nicht geregnet.
Trotz des verkürzten Lagers haben wir aber viel geschafft: jedes Zelt hat seine Hymne vorgetragen, es gab ein Nachtgeländespiel (das aber umgehend abgebrochen wurde, weil Markus R. glaubte, im Wald Überfäller gesehen zu haben, die dann doch nicht da waren), es wurden Turniere gespielt, die Lagerolympiade wurde begonnen und es gab auch ein Stadtspiel (bei dem auch gemogelt wurde, denn ein Jüngling vom Piepenbrink hatte sich heimlich von seiner großen Schwester die Lösungen besorgt. Jedoch hat das schlechte Gewissen gesiegt und nach kurzer Zeit hat er eine vertrauenswürdigen Person von dieser Missetat berichtet.) und zum ersten Mal in der Remseder Zeltlagergeschichte wurde das Dollarspiel gespielt. Bezeichnend ist auch der Spruch auf der letzten Seite der damaligen Lagerzeitung:
ZUM GLÜCK HAT ES NICHT GESCHNEIT!