Nun, man denke sich zurück ins Jahr 1985. Der Pfarrgemeinderat Remsede hatte eine grandiose Idee. Man(n) war der Ansicht, dass die Messdiener der Gemeinde ein wenig zu kurz kamen. Also sollte mehr mit besagten „gearbeitet“ werden. Eben „Messdienerarbeit“.

Ein Pfarrgemeinderatmitglied war von dieser Idee so angetan, dass er nach Hause fuhr, sich an den Küchentisch setzte und grübelte… Was könnte man tun? Ein paar Stunden und viele Rauchwolken später dann endlich die Idee: ein Zeltlager müsste es sein!

Gesagt, geplant. Dank diesem Mann und seiner Frau fuhren im Herbst ´85 16 männliche Messdiener (weibliche gab es noch nicht) ins Zeltlager. Wobei man dabei nicht wirklich von „fahren“ sprechen kann. Das erste Lager fand am Remseder Bach, höchstens (!) zwei Kilometer von Remsede entfernt statt. Begleitet wurden unsere Helden von zwei männlichen Gruppenleitern. Verpflegt wurden alle von den Ehefrauen dieser beiden Männer, die das Essen in der Küche zubereiteten und dann zum Zeltplatz brachten („Essen auf Rädern“!?). Zum Waschen wurde jeden Morgen ein großer Container, bis zum Rand gefüllt mit Wasser, gebracht. Für das Geschäft von zwischendurch wurde ein Donnerbalken errichtet.

Da eben dieses erste Zeltlager ein voller Erfolg war, ging es 1986 wieder los. Doch die Lagerleitung hatte dazugelernt: es ging diesmal bis nach Berge (auch auf die Gefahr hin, dass die Teilnehmer vielleicht vor Heimweh krank werden könnten…). Mitfahren durften alle im Alter von 10 – 14. Egal ob Messdiener oder nicht. Außerdem wurde das Essen auf Rädern abgeschafft. Es gab ein eigenes Küchenzelt – und auch der Haus- (in diesem Fall Zelt-) eigene Koch sollte nicht unerwähnt bleiben. Und getreu dem Motto „selbst ist der Mann“ gab es eine selbst gebastelte Waschanlage. Sogar fließend eiskaltes Wasser gab’s. Nur der Donnerbalken war noch nicht abgeschafft.

Doch nach diesem 2. Zeltlager überlegten sich die Gruppenleiter: „Ist das nicht ein bisschen unfair gegenüber den Mädels? – Die müssen mit!“
Und somit ging es dann 1987 mit Jungs und Mädels sowie männlichen und weiblichen Gruppenleitern nach Haselünne. Da sich die Nachricht über diese „bombigen“ Lager in Remsede rasend schnell verbreitet hatte, fuhren – mitsamt Küche und „Knuddelkindern“ – genau 44 Personen mit.

Solch eine Entwicklung erforderte neue Maßnahmen: der Donnerbalken sah aus wie ein Dixi-Klo. Von außen einfach ein großer Kasten aus Holz, doch innen halt der Donnerbalken.

Der Erfolg der Lager brachte die Gruppenleiter auf eine neue Idee: „Lasst uns Gruppenstunden machen!“ Also wurden alle Jugendlichen, die mindestens 16 Jahre alt waren gefragt, ob sie Lust hätten mitzumachen. Und noch im selben Jahr konnten alle Kids, die alt genug waren um Messdiener zu werden, an Gruppenstunden am, um und im Kindergarten teilnehmen.
Von da an gab es regelmäßig Gruppenleiterrunden, noch immer unter der „alten“ Leitung. Doch im Jahr 1989 entschied unser oben genanntes Mitglied aus dem Pfarrgemeinderat: „Es reicht. Ich werde mich aus der Jugendarbeit zurückziehen.“ Nach diesem Entschluss fragten sich alle anderen: „Was um Himmlswillen sollen wir tun, wenn auch seine Frau nicht mehr da ist?“

Also musste die Jugendarbeit neu strukturiert werden. So geschah es auch. Es wurde bestimmt, dass das jeweilige Leitungsteam (LT) sich ganzjährig kümmern musste. Doch für jedes Zeltlager wurde ein „Zeltlager-Leitungsteam“ gewählt. Um das LT nicht zu überlasten. (So ist das bis heute der Brauch.) Und in einer Runde kam ein tapferer, ideenreicher Gruppenleiter dann plötzlich mit einem Namen und einem Logo um die Ecke: Kurz abgestimmt und schon war die J.A.G. (lang: Jugendarbeitsgemeinschaft der katholischen Pfarrgemeinde St. Antonius Remsede) geboren! Juch hu!!!

Im Jahre 1990 wurde dann allen anderen Vereinen aus Remsede die J.A.G. vorgestellt. Seit dem ist sie ein fester Teil der Gemeinde.

Nach dem Zeltlager in diesem Jahr (1990) wurde die J.A.G. dann auf eine harte Probe gestellt. Denn auch die Frau unseres Pfarrgemeinderatmitgliedes zog sich zurück. Und unsere Jugendarbeit hat bis ins nächste Jahrtausend überlebt!
Aber natürlich nur dadurch, dass auch wir mit der Zeit gegangen sind. In unseren heutigen Zeltlagern gibt es nun immer richtige Klo’s, Duschen und Waschbecken, untergebracht in einem Haus. Geschlafen wird aber natürlich noch in Zelten.
Und außer Gruppenstunden und unseren Lagern bieten wir auch anderweitige Aktivitäten in unserer Gemeinde an:
Auf den Pfingst- und Pfarrfesten in Remsede bauen wir unsere Kinderbelustigungsstände auf, die Osterfeuerparty organisiert schon seit einigen Jahren die J.A.G. Und vor allem bieten wir immer wieder Tagesaktionen oder Tagesausflüge für Kinder oder die ganze Familie an.
Eben weil wir mit der Zeit gehen, gibt es uns sogar unter www.jag-remsede.de im Internet. Doch unsere unumstrittenen Highlights sind (und bleiben auch wohl) unsere Zeltlager…

Doch wir wären schon tot, wenn wir wir nicht weiter Geschichte schreiben würden. In den Neunzigern, in denen die JAG den Kinderschuhen entwuchs, prägten wir in der Gemeinde das Bild einer engagierten und lebendigen Gemeinschaft. Mit vielfältigen Aktionen brachten wir uns immer wieder ins Gespräch.

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